7 Dinge, die Ihr amerikanischer Chef garantiert anders macht

Wer zum ersten Mal mit Amerikanern zusammenarbeitet, versteht manchmal die Welt nicht mehr. Denn ja: Amerikaner machen im Job vieles anders! Manchmal wirken sie geradezu unhöflich – und meinen es gar nicht so.

Dieser kleine Guide hilft Ihnen dabei, den richtigen Ton zu treffen – und Ihre E-Mail so aufzubauen, wie Amerikaner es gewohnt sind.

Diese Dinge sollten Sie unbedingt wissen, wenn Sie einen amerikanischen Vorgesetzten haben:

 

1. Der amerikanische Chef kennt bei Deadlines kein Pardon

Ein wichtiges Thema bei den Amerikanern sind die Deadlines. Immer werden akkurat der Tag und die genaue Uhrzeit festgelegt, bis wann das Ergebnis erwartet wird.

Und dann hat man sich auch daran zu halten!

Verstehen Sie mich nicht falsch, das sollten auch deutsche Chefs durchaus deutlicher verfolgen – aber bei Amerikanern hat das noch mal eine andere Qualität. Bei Deadlines verstehen Vorgesetzte keinen Spaß! Wird die nicht eingehalten, so darf man keinerlei Verständnis erwarten. Wer sich nicht an Deadlines hält, fliegt!

(Einzige Chance: rechtzeitig kommunizieren, dass die Einhaltung einer Deadline schwierig wird. Aber auch das funktioniert aus meiner Erfahrung nicht immer…)

 

2. Der amerikanische Chef denkt nicht an die Zeitverschiebung

Ihr Arbeitstag neigt sich so langsam dem Ende zu und Sie denken darüber, nach Feierabend zu machen, gehen kurz in die Tee-Küche, kommen zurück – und bekommen beim Blick in den Posteingang erstmal einen Schreck. Denn obwohl Sie nur kurz weg waren, haben Sie zehn neue E-Mails.

Darüber hinaus entdecken Sie, dass der neue Chef Sie für 22 Uhr zu einem Meeting eingeladen hat. Und da wollten Sie natürlich längst zu Hause oder im Kino sein.

Ganz klar: Die Kollegen “drüben” haben ihren Arbeitstag begonnen – und haben es nicht auf dem Schirm, dass in Deutschland der Büroschluss naht.

Was jetzt?

Mein Rat: Regen Sie sich nicht auf (es bringt nämlich nichts) – sondern klären Sie schnellstmöglich, wann Sie ganz generell für Meetings zur Verfügung stehen. Dann kann es zwar immer noch zu Ausnahmen kommen, aber der Rahmen ist klar. Gerade in der “heißen” Phase (beispielsweise bei einer SOX Einführung) habe ich immer mit den Kollegen eine Vereinbarung, dass ich auch mal länger verfügbar bin – aber dass das nur für einen begrenzten Zeitraum gilt.

 

3. Der amerikanische Chef ist sehr direkt (und wirkt dabei für uns sogar ein wenig unhöflich)

Ein amerikanischer Chef wird nicht lange um den heißen Brei reden. Denn er neigt dazu, kurz und bündig zu sagen, was er will oder braucht.

Das kann Deutsche erst mal irritieren.

Zum Beispiel, wenn man eine wohlüberlegte E-Mail abschickt (an der man lange gesessen hat) – und dann kommen da nur zwei Buchstaben zurück, ohne Anrede, ohne Grußformel: “Ok”.

Glauben Sie mir: Das ist völlig normal! Und es hat rein gar nichts damit zu tun, ob Ihr Chef Sie schätzt oder nicht.

Sehen Sie es einfach als Pragmatismus – diesen kann man durchaus auch schätzen lernen!

 

VERSTEHEN SIE BUSINESS-ENGLISCH?

Diese Redewendungen, Abkürzungen und Vokabeln sollten Sie kennen, wenn Sie mit Amerikanern zusammenarbeiten – eine praktische Übersicht zum Herunterladen!

4. Der amerikanische Chef nimmt weniger Rücksicht

Es ist der 30. April. Sie freuen sich schon auf den morgigen Feiertag, schließlich haben Sie eine schöne Radtour mit Freunden oder der Familie geplant.

Da kommt eine E-Mail rein: Der Chef braucht dringend was – bis morgen Abend.

Und Sie ärgern sich: Hat der denn nicht auf dem Schirm, dass in Deutschland der 1. Mai ein Feiertag ist? Oder ist ihm das schlicht egal?

Ich kann Ihnen versichern: Amerikanische Chefs sind keine Unmenschen. Aber meist kennen sie die Feiertage in den Ländern der Tochter-Unternehmen schlicht und ergreifend nicht.

Machen Sie es also am besten wie die Amerikaner und seien Sie pragmatisch, statt sich zu ärgern! Schicken Sie den Kollegen in den USA einen Jahreskalender mit Feiertagen und klären Sie, wie sie damit umgehen wollen.

(Im Idealfall natürlich deutlich vor dem 30. April…)

 

5. Der amerikanische Chef sagt nie: “Das diskutieren wir mal aus.”

Bei Amerikanern fallen Entscheidungen schnell – auch auf die Gefahr hin, dass sie falsch sein könnten. Aber lieber revidieren die US-Kollegen im Nachhinein, als lange abzuwägen, zu diskutierten oder womöglich eine Entscheidung weiter hinauszuzögern.

Sowas liegt ihnen einfach nicht!

Für Sie mag das anfangs gewöhnungsbedürftig sein. Aber glauben Sie mir: Man gewöhnt sich dran – und kann irgendwann auch Gutes darin sehen. Denn damit geht auch einher, dass Fehl-Entscheidungen als nicht ganz so dramatisch angesehen werden. Man lernt dann halt daraus – und macht es in Zukunft anders!

Sie kennen das vielleicht unter dem Begriff “trial and error” – Versuch und Irrtum. Irrtümer sind in den USA viel akzeptierter als hierzulande!

Das beeinflusst die Fehler-Kultur in Unternehmen dramatisch: Mitarbeiter haben weniger Probleme, Fehler “zuzugeben”, während in deutschen Firmen oft versucht wird, Fehler zu vertuschen.

So haben auch vermeintliche Nachteile ihre gute Seite.

 

6. Der amerikanische Chef feiert Ihre Erfolge.

So sehr amerikanische Chefs auch antreiben mögen, wenn es um eine Deadline geht – hat man sie geschafft, so würdigen sie das. Nicht selten kommt eine E-Mail, in der sich der Chef für den Einsatz bedankt, den das Team gebracht hat.

Ich finde: Das machen deutsche Chefs viel zu selten! Man denke da nur an das schwäbische Sprichwort: “Nicht geschimpft ist genug gelobt”…

Schauen Sie sich was davon ab, wenn Sie Teamleiter sind – loben Sie Ihre Mitarbeiter, wenn ein straff gesetztes Ziel erreicht wurde! So wird auch die nächste enge Deadline mit mehr Elan angegangen.

 

7. Der amerikanische Chef sagt: “There is room for improvement”

Falls Sie gerade von einem amerikanischen Konzern übernommen wurden, ist das ein Satz, den Sie garantiert öfter hören: “There is room for improvement!”

Glauben Sie nun bitte nicht, das Ergebnis sei damit abgenickt, auch wenn das ein oder andere sicher noch besser hätte sein können! Hinter dem Satz versteckt sich eine klare Handlungsaufforderung: Sie müssen nochmal ran, es ist noch nicht gut genug. Ihr Chef erwartet deutliche Verbesserungen!

Klären Sie also am besten genau, wo noch nachgebessert werden muss. Je konkreter die Anweisungen, desto eher können Sie die Erwartungen erfüllen.

Übrigens: Weitere typische Sätze, Vokabeln und Abkürzungen aus dem amerikanischen Business-Umfeld habe ich in einer praktischen Übersicht für Sie zusammengetragen. Diese sollte immer in Ihrer Schublade liegen – damit Sie Missverständnisse mit US-Kollegen und -Chefs vermeiden!

HIER KÖNNEN SIE SICH DIE LISTE HERUNTERLADEN:

 

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