Bleiben oder gehen? Wie Sie nach einer Übernahme die richtige Entscheidung treffen.

Ihr Unternehmen wurde übernommen – und jetzt fragen Sie sich: Welche Veränderungen kommen wohl auf mich zu? Will ich die mittragen? Oder sollte ich mich lieber nach einem anderen Arbeitgeber umschauen? Bleiben – oder gehen?

Jobfrust-Beraterin Natalie Berlemann findet: Um diese Frage zu entscheiden, sollten Sie sich 3 wichtige Fragen stellen.

 

Bleiben oder gehen? Wie Sie nach einer Übernahme die richtige Entscheidung treffenFrage 1: Was ist da Gutes für Sie drin?

Vielleicht ist Ihr erster Impuls: “Gehen! Ich sollte auf jeden Fall gehen! Noch besser rennen! Schnell!”

Denn was sollte denn bei einer Übernahme bitte Gutes für Sie herauskommen?

Lassen Sie diese Frage mal sacken.

Nehmen Sie sie einmal wörtlich.

Stellen Sie sich vor, eine gute Fee kommt zu Ihnen. Sie sagt: „Ich hab hier eine Wunder-Schachtel für dich. Wenn wir die öffnen, dann ist da etwas Gutes drin, etwas, das du in deinem Job wirklich gern hättest – und du kannst dir wünschen, was das sein soll!”

Merken Sie, wie etwas bei Ihnen passiert?

Es ist ihre rechte Augenbraue, die sich neugierig hochzieht und ein neuer Gedanke, der sich gespannt seinen Weg sucht: Eine neue Situation kann auch eine neue Chance sein…!

 

Also: Was könnte Gutes für Sie drin sein?

  • Eine Weiterbildung, die Ihren beruflichen Zielen gut tun würde?
  • Ihre Englischkenntnisse für den nächsten Urlaub oder Job aufpolieren?
  • Sich hervortun mit guten Ideen und eine Beförderung zur Führungskraft einläuten?
  • Eine Erfahrung, die Ihnen neue Türen öffnet?
  • Neue Kollegen kennenlernen und mit Experten zusammenarbeiten?
  • Ein abwechslungsreicherer Arbeitsalltag?
  • Ein Zusammenwachsen des Teams?

Im ersten Moment einer Veränderung sehen wir nur den Aufwand, der damit einhergeht. Wir sehen die Mehrarbeit und die Unsicherheit des Neuen.

Aber wie bewerten Sie denn die CHANCEN, die sich für Sie ergeben?

 

Frage 2: Was wünschen Sie sich stattdessen?

Vielleicht haben Sie jetzt schon eine Entscheidung getroffen: Sie bleiben und nutzen die neuen Möglichkeiten!

Vielleicht haben Sie aber auch innerlich gedacht: Darauf hab ich keine Lust.

Und Ihre Augenbrauen haben sich in der Mitte zusammengezogen.

Das ist auch völlig ok.

Dann greift jetzt die zweite Frage (denn wir gehen mal davon aus, dass Sie kein Interesse haben, die nächsten Jahre übellaunig und lustlos Ihren Arbeitstag ab zu sitzen).

 

Die Frage lautet: Was wünschen Sie sich stattdessen?

  • Möchten Sie in eine Abteilung wechseln, die weniger durch die amerikanische Übernahme beeinflusst wird?
  • Möchten Sie einen neuen Arbeitgeber suchen?
  • Und was muss dort gegeben sein, damit Ihre Ansprüche an Ihre Arbeit erfüllt sind?

Oft fällt es uns sehr leicht, zu benennen, was wir nicht wollen. Viel schwieriger ist die Frage, was wir STATTDESSEN wollen.

Gehen Sie hier ruhig ins Detail! Klären Sie für sich:

  • Ob Sie ein großes Team bevorzugen oder ein kleines
  • Wie viel Verantwortung Sie wirklich tragen möchten
  • Ob Sie ein familiäres Umfeld mögen oder internationale Konzerne bevorzugen
  • Ob Sie besser in geregelten Strukturen arbeiten oder Ihre Freiräume brauchen
  • In welchem Umfeld und bei welcher Tätigkeit Sie aufblühen

Je klarer Sie die Antwort darauf formulieren können, desto besser.

Denn desto eher finden Sie einen neuen Arbeitgeber, der wirklich zu Ihnen passt!

Und: Auch Ihren neuen Arbeitgeber wird Ihre Wechselmotivation interessieren. Schon in Ihrer Bewerbung sollte klar werden, warum Sie sich bei dem neuen Unternehmen bewerben.

 

VERSTEHEN SIE BUSINESS-ENGLISCH?

Diese Redewendungen, Abkürzungen und Vokabeln sollten Sie kennen, wenn Sie mit Amerikanern zusammenarbeiten – eine praktische Übersicht zum Herunterladen!

Frage 3: Was können Sie tun, damit Sie bekommen, was Sie wollen?

Egal, ob Sie sich nun entscheiden zu bleiben oder zu gehen: Sie müssen aktiv werden.

Eine passive, abwartende Haltung wird nicht zu den Ergebnissen führen, die Sie sich wünschen! (Und damit meine ich: dass Sie bei der Arbeit zufrieden sind.)

Was sind also Ihre konkreten nächsten Schritte, um Ihrem Ziel näher zu kommen?

 

Sammeln Sie Informationen

Machen Sie sich eine Liste. So schaffen Sie Klarheit und können anfangen, einen konkreten Plan zu entwickeln. Sie könnte zum Beispiel Antworten auf folgendes enthalten:

  • Wann startet der nächste Englischkurs? Oder: Wie finde ich schnell passende Arbeitgeber?
  • Wie kann ich mich auf die neuen Herausforderungen und das US-GAAP vorbereiten? Oder: Was gehört alles in eine Bewerbung?
  • Wie kann ich mein Team zusammenhalten? Oder: Wann ist der beste Zeitpunkt zu kündigen?

 

Sprechen Sie mit den Richtigen

Wer kann Ihnen wirklich bei Ihren Fragen weiterhelfen? Ihr Chef oder Ihre Chefin weiß sicher nicht immer eine Antwort – für sie ist nach der Übernahme ja auch alles neu. Das sollte Sie nicht von Ihrem Plan abhalten.

Fragen Sie sich:

  • Kann Ihr Vorgesetzter Ihre Fragen beantworten oder eher die Personalabteilung?
  • Wie können Ihre Familie und Freunde unterstützen?
  • Kann Ihr Netzwerk nützlich sein?

 

Nehmen Sie sich etwas Konkretes für die nächste Arbeitswoche vor

Überlegen Sie einmal, was Sie selbst aktiv beeinflussen können und was nicht. In erster Linie ist das Ihr eigenes Verhalten und Ihre Einstellung den neuen Gegebenheiten gegenüber. Sie werden erkennen, dass Sie selbst großen Einfluss auf Ihren Arbeitsalltag und damit Ihre Zufriedenheit nehmen können.

  • Was können Sie also tun, um nächste Woche entspannter zur Arbeit zu gehen?
  • Wie möchten Sie auf Gerüchte an der Kaffeemaschine reagieren?
  • Wobei setzt Ihr Arbeitgeber auf Sie und wie können Sie bestmöglich unterstützen?

 

Neue Perspektiven ergeben neue Antworten

Ich habe Ihnen drei Leitfragen mitgegeben, um die Frage „Bleiben oder gehen?“ zu beantworten.

Diese Fragen weiten Ihren Blick und eröffnen eine neue Perspektive auf Ihre Situation.

Apropos ganz neue Perspektive: Wissen Sie, dass es Leute gibt, die solche Veränderungsprozesse nach amerikanischen Übernahmen begleiten und damit vieles erleichtern? Ich wusste das nicht – bis ich Judith Geiß und ihre Firma the Bridge kennengelernt habe. Was würde sich für Sie verändern, wenn Sie wüssten, dass ein externes Team Sie bei allen Fragen nach der Übernahme unterstützen wird?

Sehen Sie: Schon wieder eine Frage, die einiges verändern kann…

 


Gastbeitrag von Natalie Berlemann

Natalie Berlemann hilft Frauen ihren Jobfrust zu beenden und eine Tätigkeit zu finden, auf die sie wirklich Lust haben. Als Managerin war sie in internationalen Unternehmen tätig. Sie weiß wie es wirklich „da draussen“ aussieht, was ihre Beratung gut verständlich und leicht umsetzbar macht.

 

Übrigens: Weitere typische Sätze, Vokabeln und Abkürzungen aus dem amerikanischen Business-Umfeld habe ich in einer praktischen Übersicht für Sie zusammengetragen. Diese sollte immer in Ihrer Schublade liegen – damit Sie Missverständnisse mit US-Kollegen und -Chefs vermeiden!

HIER KÖNNEN SIE SICH DIE LISTE HERUNTERLADEN:

 

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